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Im Rahmen des vom Dialog NGP eingesetzten Fördergremiums Palliative Care erarbeiteten rund 80 Expertinnen und Experten von Januar bis Juni 2009 einen Bericht zum Handlungsbedarf im Bereich Palliative Care in der Schweiz. Diese Erhebung zeigt, dass in den fünf Bereichen "Versorgung", "Finanzierung", "Sensibilisierung", "Bildung" und "Forschung" Lücken bestehen.
Versorgung & Finanzierung
So mangelt es an einer flächendeckenden Versorgung an Palliative-Care-Angeboten in der Schweiz. Zudem fehlen Definitionen und Qualitätskriterien für die verschiedenen Leistungen sowie eine Versorgungsplanung in den Kantonen. Bei der Finanzierung muss geklärt werden, wie Leistungen der Palliative Care finanziert werden sollen, die nicht zu den KVG-Pflichtleistungen gehören. Bei Palliative-Care-Leistungen, die von der Obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) vergütet werden, besteht zum Teil die Schwierigkeit, dass die im KVG festgelegten Limiten überschritten werden oder die Ausgestaltung der Vergütung zu wenig spezifisch ist, weil der Pflege- und Behandlungsaufwand bei Palliative-Care-Patientinnen und -Patienten höher ausfällt.
Bildung & Forschung
Bei der Bildung herrschen sehr unterschiedliche Vorstellungen über die notwendigen Kompetenzen in Palliative Care. Im Bereich der Grundausbildung aller Gesundheitsberufe bestehen zwar die notwendigen Grundlagen, um Palliative Care in die Ausbildung zu integrieren. Die Verbindlichkeit und der Umsetzungsstand dieser Vorgaben sind jedoch sehr unterschiedlich weit fortgeschritten. Die Forschung im Bereich der Palliative Care ist noch nicht breit etabliert und es bestehen etliche Forschungslücken.
Sensibilisierung
Zur Sensibilisierung für das Thema Palliative Care hat das BAG Ende 2009 eine repräsentative Umfrage bei der Schweizer Wohnbevölkerung in Auftrag gegeben. Die Resultate zeigen, dass knapp die Hälfte der Befragten den Begriff "Palliative Care" schon gehört hat. Dabei bestehen jedoch grosse regionale Unterschiede: In der Deutschschweiz geben nur rund ein Drittel der Befragten an, den Begriff schon einmal gehört zu haben, währen es in den Genfersee-Region 78 Prozent aller Personen sind. Die Befragung hat ausserdem gezeigt, dass Palliative Care in der Schweizer Bevölkerung auf breite Akzeptanz stösst. Über 90 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass Palliative Care allen schwerkranken und sterbenden Menschen in der Schweiz zur Verfügung stehen soll. Drei Viertel ziehen in Betracht, Palliative Care eines Tages selber zu nutzen.
Zuletzt aktualisiert am: 09.06.2010